
Die richtige Infrarotlampe für die Beschichtung von Textilien auszuwählen, bedeutet nicht einfach nur, die Leistung der Lampe zu erhöhen. Es geht vielmehr darum, wo genau die Wärme auf dem Stoff ankommt.
Wenn man einen großen Trockenofen baut, muss man ständig damit kämpfen, eine gleichmäßige Temperatur zu erreichen. Ein kleiner kalter Punkt führt dazu, dass die Beschichtung nicht richtig aushärtet. Ein heißer Punkt wiederum kann dazu führen, dass ein teurer Stoffrollen beschädigt wird. Das ist wirklich ein Albtraum.
Hören Sie auf, mit „digitalen Zwillingen“ zu raten
Wir haben den Ansatz „Es einfach mal ausprobieren“ aufgegeben. Ehrlich gesagt ist es Zeitverschwendung, tagelang manuell an den Lampen herumzufummeln.
Stattdessen erstellen wir zunächst eine virtuelle Version des Ofens. Wir geben die Leistung der Lampe sowie die Art und Weise ein, wie der Stoff die Wärme aufnimmt. Anschließend lässt das Softwareprogramm tausende von Szenarien durchlaufen. So finden wir die perfekten Winkel und Positionen, um eine gleichmäßige Temperatur über die ganze Fläche des Stoffs zu gewährleisten. Wir erkennen bereits im Voraus die „toten Zonen“ – bevor auch nur ein Schraubenkopf angezogen wird.
Das Gleichgewicht finden
Kurzwellentlampen eignen sich hervorragend für dicke Beschichtungen, da sie schnell und effektiv Wärme abgeben. Doch es gibt einen Haken: Diese hohe Leistung belastet die Elektrik stark. Zudem besteht die Gefahr, dass der Stoff beschädigt wird, wenn man nicht vorsichtig ist. Auch die Kühlluft muss genau richtig eingestellt werden. Wenn die Luftzufuhr nicht optimal ist, überhitzen die Quarztuben und können sogar zerbrechen.
Das Ganze in der Praxis umsetzen
Der Vorteil der Simulationsphase ist, dass der Ofen tatsächlich kleiner sein kann. Durch die Anpassung der Reflexionswinkel können wir in der Regel mit weniger Lampen denselben Aushärtungsgrad erzielen. Dadurch bleibt die Stromrechnung niedrig.
Sobald man von dem Computer ins Werkshaus wechselt, muss man nicht von vorne anfangen. Die Simulation liefert Ihnen die genauen Werte für die Einstellungen des PLC-Systems. Sie wissen genau, wie viel Leistung pro Meter benötigt wird, um die gewünschte Geschwindigkeit zu erreichen – ohne dass etwas kaputtgeht.